Geschichte der Gemeinde Glanz an der Weinstraße
Über das heutige Gebiet der Ortsgemeinde Glanz a. d. Weinstraße liegen schon beinahe 900 Jahre mehrere Urkunden im Steiermärkischen Landesarchiv auf. Die älteste Urkunde vom Jahre 1123 besagt u. a.: "Herzog Heinrich IV. von Kärnten schenkt dem Kloster St. Paul außer kärntnerischen Gütern auch welche in der Steiermark, unter ihnen solche in Pessnitz".
In diesen Urkunden wird z.B. von "In dem Glancz" oder "Glancz bei Lewtschach", ferner "Im Lancz ob Gamblitz" usw. gesprochen, weiters über "Glanzberg an dem Glancz", dann von "Peznitza" und "Pezzentz", von "Veltschach" und "Vetschach" und "Am Langeckh" berichtet, welche Ausdrücke sich auf die heutigen Katastralgemeinden Fötschach, Glanz, Langegg und Pößnitz beziehen. Allem Anschein nach dürfte das Gemeindegebiet auch von den Türkenkriegen und der Pest nicht verschont geblieben sein. Zwei Pestkreuze zeugen heute noch von dieser schrecklichen Krankheit. Bis zum Jahre 1848 standen die Bewohner des Gemeindegebietes zu den Grundherrschaften Schmierenberg, Trautenburg, Arnfels, Witschein, Wagna bei Leibnitz und Wildhaus im Drautale im Untertänigkeitsverhältnis. Die Bezirks- und Steuerobrigkeiten befanden sich für dieses Gebiet im Schlosse Trautenburg und Witschein. In höherer strafrechtlicher Hinsicht war die Herrschaft Schmierenberg-Arnfels als Landgericht zuständig.
Vom Jahre 1849 an bis zum Jahre 1882 waren die Katastralgemeinden Fötschach, Glanz und Pößnitz Bestandteile der Marktgemeinde Leutschach. Mit Kundmachung des k.k. Statthalters in der Steiermark vom 23. Sept. 1882, Landesgesetz- und Verordnungsblatt XX. Stück, wurden diese 3 Katastralgemeinden unter der Benennung GLANZ eine selbständige Gemeinde. Durch die Grenzziehung in der Nachkriegszeit von 1918 fiel die Katastralgemeinde Langegg zu GLANZ. In den beiden Weltkriegen war das Gemeindegebiet stets heiß umkämpft und Ziel zahlreicher Partisanenangriffe.
Mit 01.08.1955 wurde uns das Recht zur Führung eines eigenen Gemeindewappens - eine silberne Weintraube in einem grünen, golden eingefassten Schilde - verliehen. Durch viele Investitionen in die Infrastruktur und in den Tourismus hat sich GLANZ zur zweitgrößten steirischen Weinbaugemeinde mit knapp 400 ha Weinbaufläche und mit bis zu 1,5 Mill. Liter Weinproduktion entwickelt. Auch Hopfenbau zur Bierbrauerei wird auf einer Fläche von ca. 20 ha betrieben. Mit bis zu 17.000 Nächtigungen pro Jahr ist der Tourismus ein wichtiges Wirtschaftsstandbein für die Gemeinde geworden. Mit Wirkung ab 01.01.1994 wurde unser Gemeindename offiziell in "GLANZ AN DER WEINSTRASSE" geändert. Heute haben wir eine Gesamtfläche von 24 km² und eine Einwohnerzahl von knapp 1.500.

